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Bericht zur zweiten Seniorenfachtagung in Püttlingen

Sozialministerin Monika Bachmann: Aktives Altern generationenübergreifend ermöglichen – flexible Lebenslauf Modelle ermöglichen – Land entwickelt Konzept für „Späte Hilfen“

„Die Lebenssituation älterer Menschen im Saarland ist für die saarländische Landesregierung ein Schwerpunkt ihrer Politik“, so Sozialministerin Monika Bachmann heute auf der zweiten Seniorenfachtagung in Püttlingen, die der Landesseniorenbeirat gemeinsam mit dem Sozialministerium veranstaltet hat. „Seniorenpolitik ist eine ressortübergreifende Querschnittsaufgabe, die insbesondere die Bereiche Gesundheit und Soziales, Generationen-Dialog, Aktives Altern in der Arbeitswelt, Wohn- und Verkehrsplanung ebenso wie Sicherheit und lebensphasenorientierte Weiterbildung betrifft“, führte die Ministerin aus, „hier müssen wir mit erforderlichen Maßnahmen und Veränderungen unterstützen.



Als Beispiel nannte die Ministerin die „Späten Hilfen“. Derzeit  erarbeite das Ministerium in Kooperation mit den „Leitstellen Älter werden“, den Anlaufstellen für Ältere Menschen“ und dem Landesseniorenbeirat die Konzeption.  „Damit soll – analog zu den „Frühen Hilfen“ dem steigenden Bedarf an Betreuungs- und Pflegeangeboten für ältere und vor allem hochaltrigen Menschen wohnortnah entsprochen werden“, erklärte Bachmann. „Wir prüfen, bestehende Beratungs-, Begleitungs- und Entlastungsangebote im Rahmen kommunaler Seniorenhilfe in den Bereichen Gesundheits- und Sozialdiensten und Pflege im Land bedarfsorientiert vernetzt und weiterentwickelt werden können.“  Mit den „Späten Hilfen“ sollen Betroffene ältere Menschen und ihre Familien die Möglichkeit erhalten, vor Ort passende Hilfestrukturen in Anspruch nehmen zu können. Pflegeberater/innen sollen dazu in Abstimmung mit Akteuren im Wohnumfeld beziehungsweise im Quartier, Betreuungs- und Hilfeangebote im Sinne einer Versorgungs- und Hilfeplanung für die Betroffenen besser zugänglich machen.

Als weiteren wichtigen Punkt einer modernen Seniorenpolitik benannte die Ministerin  das  Überdenken von  Lebenslaufmodellen. „Ein Großteil der älteren Menschen gewinnt mit Eintritt in die nachberufliche Lebensphase etwa 30 Lebensjahre. Mit Blick auf eine grundsätzlich längere Lebensperspektive sollte das traditionelle Drei-Phasen-Modell von Ausbildung-Beruf-Ruhestand und dessen Koppelung an Lebensjahre überprüft werden“, so die Ministerin, „hier könnten Lebenslaufmodelle, die eine Entzerrung des Lebens zwischen dem 28 bis  55. Lebensjahr ermöglichen, hilfreich sein.“ Die Flexibilisierung des Eintrittsalters in den Ruhestand wäre beispielsweise ein solcher Beitrag zur Verwirklichung neuer Lebenslaufmodelle.



„Wir müssen aber auch dafür Sorge tragen“, führte Bachmann abschließend aus, „dass wir „Aktives Altern“ generationenübergreifend ermöglichen, zum Beispiel durch die Förderung bürgerschaftlichen Engagements älterer Menschen, z. B. in Vereinen, Verbänden, Seniorenbeiräten oder selbstorganisierten Projekten.“ Erklärtes Ziel von Landesregierung und Landesseniorenbeitrat sei es hier, in allen 52 saarländischen Städten und Gemeinden Seniorenbeiräte bzw. – Beauftragte ins Leben zu rufen. Derzeit verfügt das Saarland über 18 Kommunale Seniorenbeiräte und 32 Seniorenbeauftragte.

Daten und Fakten:
Das Saarland ist von der demografischen Entwicklung stärker betroffen als Deutschland insgesamt. Der Anteil der heute über 65-Jährigen an der saarländischen Gesamtbevölkerung beträgt 22,1 Prozent und steigt wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf 31,4 Prozent.

Die Altersstruktur der Bevölkerung im Saarland verändert sich in der Weise, dass bis 2030 die Zahl der unter 20-Jähren um 15 Prozent von 163.300 im Jahr 2013 auf rund 138.400 Personen sinken wird. Rückläufig in diesem Zeitraum ist auch die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis unter 65 Jahren. Gehörten Ende 2013 noch 606.300 Saarländerinnen und Saarländer zu dieser Altersgruppe, besagen Prognosen, dass im Jahr 2030 mit rund 474.100 mehr als ein Fünftel weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter sein werden.  Gleichzeitig steigt die Zahl der über 65-Jährigen um mehr als ein Viertel von 221.100 im Jahr 2013 auf 282.200 im Jahr 2030.